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entscheidungen

gewisse dinge im leben, die man für wichtig erachtet, für die man seine energie aufbringt und für die man sich teilweise selbt komplett verändern muss, sind manchmal wohl einfach den aufwand nicht wert.

ich hänge sehr an meinem chemiestudium, einfach weil mir die chemie stets freude bereitet hat. es war eines meiner liebsten schulfächer (liebstes schulfach = fach, das einen wenig anwidert). dennoch muss ich wohl akzeptieren, dass ich ein mensch bin, der für die naturwissenschaften nicht gemacht ist. dinge wie höhere mathematik, physik und eben die chemie sind für mich unheimlich interessant. aber ich verstehe sie nicht, sie bleiben mir verschlossen.

ich dachte, ich könne einfach mit der mir eigenen logik an die sache herangehen. wenn ich etwas begreifen will, dann verknüpfe ich gedanken, deren aneinanderreihung logisch und passend erscheint. in meinem kopf baut sich ein uhrwerk, das, je mehr zahnräder es enthält auch desto besser funktioniert. bei den naturwissenschaften ist es einfach anders. ich habe viele zahnräder aber allesamt passen sie nicht zueinander oder ich finde die stelle nicht, an die sie gehören. erzählt man mir, wohin sie gehören, erscheint es für mich dennoch nicht als funktionierend. das war eigentlich schon in der abiturphase so. ich war mittelmaß in physik und auch mittelmaß in der chemie. wie komme ich darauf, ein solches fach tatsächlich studieren zu können?

gewisse dinge sind verständlich, ich habe sie gesehen und selbst durchgeführt. aber dann soll es an die berechnung eben jener dinge gehen. ziel ist es, chemische abläufe anhand von werten, die man kennt oder einem buch entnimmt, mathematisch vorauszusagen. zu diesem zweck wird der vorgang in viele teile auseinanderklamüsert, diese vorgänge werden, sofern sie sich wiederholen, mit griechischen buchstaben benannt und dann je nach situation nach mathematischen grundregeln hin und hergeworfen. ich für meinen teil weiß in diesem wirrwarr nicht, was nun was ist. und ich weiß auch nicht, warum ein phi an dieser stelle angebracht ist. ich vermag nicht zu abstrahieren, eine zahl in ein koordinaten system einzutragen, die eventuell gar keine zahl im eigentlichen sinne ist und ich kann auch keine zahlenfolgen zu einem graphen machen. das ist ein buch mit sieben siegeln und mir wird es wohl immer verschlossen bleiben.

man kann sich sicher denken, worauf ich hinaus will. auch chemie wird für mich kein weg sein, deshalb breche ich das studium ab. diese entscheidung habe ich mir, eben aus der reinen neigung zum fach, nicht leicht gemacht. ich habe lang gehadert, aber ich muss wohl den tatsachen ins auge sehen und reagieren, bevor ich noch mehr zeit vergeude. meine stärken liegen in anderen bereichen.

ein weiterer punkt ist der, dass das system studium für mich einfach nicht funktioniert. ich bin ein mensch, der regeln braucht, pläne, eine klare linie. im studium gilt es, stets hinterher zu sein, man muss alles rausfinden, immer kontakt zu anderen halten, um seinen eigenen plan zu komplettieren. es hängt kein stundenplan aus, lediglich grobe richtlinien, welche kurse besucht werden müssen. zwar gibt es ein vorlesungsverzeichnis mit dessen hilfe man sich eine art plan zusammenstellen soll, aber offensichtlich habe ich das nicht richtig angestellt. so habe ich kurse versäumt, deren aufarbeitung in dem zeitplan, den ich in diesem studium habe, nicht machbar ist. schon gar nicht aus eigener kraft. studieren ist zu frei für mich. vorlesungen sind quasi buchdiktate. man setzt sich hin und schreibt seite für seite mit. am ende des semesters hat man so ein stattliches booklet, was es auswendig zu lernen gilt, um klausuren zu bestehen. nebenbei holt man sich noch bücher aus der bibliothek, die man 6 monate später zerfleddert wieder abgibt, das wissen ist sozusagen rausgelutscht. dieses system ist einfach nichts für mich. ich brauche das gewohnte klassenzimmerschema. ein lehrer gibt vor, es folgen übungen, hausaufgaben werden verteilt und mehr oder weniger zufriedenstellend erledigt. lehrer und schüler interagieren miteinander.

professoren scheinen für mich irgendwie unantastbar zu sein. ich hätte sie wahrscheinlich vieles fragen müssen, aber in mir gibt es eine art hemmschwelle, die meine füße nach der vorlesung einfach aus dem hörsaal bewegt. auch zu den mitstudenten (kommilitonen - ich hasse dieses wort) bekomme ich nicht so recht den draht. das liegt aber eher daran, dass es sich durchgängig um einen menschenschlag handelt, den ich zutiefst verabscheue. dicke schnepfen mit spangen im haar, langen halstüchern und nem hdl auf der tasche (ja, neben der sonnenblume), daneben braun-rothaarige klappergestelle, die in der vorlesung ihr heftig stinkendes pumpernickel aus der tasche graben, um es langsam über 20 minuten hinweg aufzuschmatzen. picklige gestalten pulen mit hingabe an mandarinen und reichen die häppchen, sorgsam von allem was weiß ist befreit, quer durch die reihe. nach der vorlesung wird glücklich mit anderen studis (studis aaaaaaaargh, grausam! hass!) im aufenthaltsraum geplaudert. später fahren sie in ihre flippig gestalteten wgs, wo der mitbewohner lecka schmecka pampsch gekocht hat, nach einem rezept aus seinem arjuvedischen kochbuch. bei einer tasse ungezuckertem rotbuschtee/grüntee wird dann geschwätzt über lifestyle und anderen schnickschnack. näheres können sie den uni-zeitschriften entnehmen, die haben immer nen supi tip, welches gesprächsthema unter den studis gerade uptodate ist.

nein, studieren ist einfach gänzlich nichts für mich. deswegen werde ich mir auch weitere gedanken, die mit einem studium zu tun haben, aus dem kopf schlagen. eigentlich wollte ich eh nie studieren, das habe ich schon nach dem abitur gemerkt. aber wenn ich sowas erzählte, reagierte man zumeist besorgt um meine zukunft. einer wie ich hieß es, müsse ja unbedingt studieren. abi haste junge, mensch mach doch wat draus. ich ging einfach davon aus, dass ich eine vorübergehende lernunlust hätte und plante ein studium nach der bundeswehr ein. nach der bundeswehr wollte ich immernoch nicht studieren, aber ein innerer drang brachte mich dennoch dazu, mich zu bewerben. ich machte fehler bei den bewerbungen, korrekturen sind schwer zu machen, vor allem wenn die frist abgelaufen ist. so blieb mir nichts weiter, als ein jahr zu warten, denn interessante studiengänge gibts nur ab wintersemester.

nunja der rest ist denen, die mich kennen ja bekannt. jura, chemie, bla. was ich jetzt machen soll... keine ahnung. das jobcenter soll eine psychologische beratung bieten, mit deren hilfe man stärken in berufsbilder umsetzen kann. ich hoffe, dass mir das was bringt.

ownoesrats = studi? NEIN!

9.1.08 09:17





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